Kategorien
Nachhaltigkeit

Umwelt- und Klimaschutz ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit

Derzeit gibt es kaum ein Thema, das die Medien so prägt, wie das Klima. Für die Grünen ist dies natürlich ein Glücksfall, sind sie mit diesem Thema doch schon länger unterwegs und geniessen deshalb bei den Wählern dabei eine grosse Glaubwürdigket.

Ein Aspekt, der bei der Debatte oft nur am Rande erwähnt wird ist die soziale Gerechtigkeit, die hier eine wichtige Rolle spielt. Dabei gibt es mehrere Faktoren:

Der globale Fussabdruck des Durchschnittsschweizer ist grösser als zwei Erden.

Unser vielgepriesener Wohlstand funktioniert nicht für die gesamte Erdbevölkerung. Würden alle unseren Lebensstandard geniessen, bräuchten wir zwei bis drei Erden. Wir blenden sehr gerne aus, dass unser Wohlstand gleichzeitig dafür sorgt, dass an einer anderen Stelle jemand anderes dafür die Rechnung bezahlt. Weil wir dies in der globalisierten Welt nicht mehr vor unserer Haustüre haben, sind wir uns dessen oft nicht bewusst. Wir haben die Ausbeutung von Natur und Menschen in andere weit entfernte Länder exportiert.

Daraus ergibt sich ein grosser Graben zwischen dem globalen Süden und globalen Norden.

Die historische Entwicklung hat dazu geführt, dass der globale Norden immer noch den globalen Süden systematisch ausbeutet. Die Methoden sind nicht mehr dieselben wie zu Zeiten der Kolonialisierung, bei den Machtverhältnissen hat sich hier wenig verändert. Heute sind es unteranderem Handelsabkommen, welche dazu genützt werden die Verhältnisse zu betonieren. Die reichen und technologisch hochgerüsteten Länder aus dem Norden drücken den südlichen Regionen ihre Regeln auf und nützen ihre Machtposition aus um die Verhältnisse zu sichern und den maximalen Profit auszuschöpfen.

Es braucht griffige Richtlinien und Massnahmen aus der Politik. Der Appell an die Eigenverantwortung reicht nicht mehr aus.

Die dringenden Massnahmen unser gemeinsames Ökosystem Erde zu schützen sind unbedingt auch in diesem sozialen Kontext zu sehen. Die zu treffenden Massnahmen sollen sozial verträglich sein. Dass wir unsere Ansprüche an gewissen Stellen zurückschrauben müssen, ist für mich ausgewiesen. Wir alle müssen uns darin üben unseren Lebensstil zu hinterfragen. Das eigene Konsumverhalten ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es braucht aber auch griffige Richtlinien und Massnahmen aus der Politik. Der Appell an die Eigenverantwortung reicht schon lange nicht mehr aus.