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Leserbrief: Verkehrsplanung mit alten Daten

Als ich den Zeitungsartikel über die Verkehrsplanung der Reussportbrücke vom 30.1.20 in der Luzerner Zeitung gelesen habe, musste ich mich wirklich kurz fragen, in welchem Jahrhundert wir gerade leben.

Da wird seit Jahren an einem Verkehrsprojekt Bypass für Luzern geplant und verschiedene Varianten geprüft. Die Daten, die dafür herangezogen werden sind jedoch bereits 20 Jahre alt. Das löste bei mir ein starkes Stirnrunzeln aus.

Ständig wird uns erzählt, die Technik wird unsere Probleme lösen und die Digitalisierung wird uns in ein neues Zeitalter katapultieren und wir dürften da den Anschluss ja nicht verpassen. Und doch werden in Zeiten von Bigdata, Digitalisierung und ständig aktuellen Bewegungsdaten riesige, einschneidende Verkehrsprojekte mit veralteten Daten aus verstaubten Archiven geplant.

Die Swisscom, ein halbstaatlicher Konzern ist im Besitz von aktuellen Bewegungsdaten. Die Kantone und der Bund könnten diese bei der Swisscom einfordern und für aktuelle Studien nützen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich der einzige bin, dem dies in den Sinn kommt. Derartige Ideen erwarte ich von der Politik und den Beamten!

Auch bei der Verkehrsplanung im Seetal müssen unbedingt aktuelle Daten für die Analyse herangezogen werden.

Nicht die Technik wird unsere Probleme lösen, wir müssen sie mit Hilfe der Technik lösen!

Gallus Bühlmann
Gemeinderatskandidat Grüne Hochdorf

Erschienen im Seetalerbote vom 6.2.20 und der Luzerner Zeitung vom 7.2.2020